„Helge Dorsch dirigiert mit Sensibilität, Leidenschaft und zuverlässigem Schlag, springt vom Säuseln bis zum Beckenschlag und bringt transparent die klangfarblich raffinierte Motivstruktur zur Geltung. Besonders die typischen Streicherteppiche sind zu zartem Dunst gewoben: In gehauchtem Film senken sie sich auf die Rienzi-Ouvertüre herab, spinnen wie durch Zauber die Motive im Lohengrin-Vorspiel, lassen Holländer-Motive aus der Tiefe emportauchen, flimmern fiebrig in der Venusbergmusik und bilden die lodernden Flammen, aus denen das Siegfried-Motiv in „Wotans Abschied“ aufsteigt.
Die hervorragende Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach bringt Leichtigkeit in die frühen Wagner-Ouvertüren, lässt etwa im Vorspiel zu „Rienzi“ Tanz und Marsch mit fast Mahler’schem Elan zu Triangel und Becken durchs Orchester brettern, wippt in rhythmischen Pizzicati und bereitet dem Zuhörer damit den Spaß, der dem Wagnerianismus nach Nietzsche abhandenkam, nicht ohne das weite charakteristisch-farbliche Melos auszubreiten, das den Komponisten von Bayreuth und später von Hollywood auszeichnet.“
FAZ
